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Dienstag, 30. März 2021

Datenloses Zusehen

Grundsätzlich sind die meisten Menschen auf hemmungslos exhibitionistische Weise auskunftsfreudig.
Was wollte ihr wissen? Los, macht schon!
Wo ich gerade bin? Wo ich vorher war? Wohin ich sonst gern gehen? Was das für ein Gerät ist auf meinem Schreibtisch?
Wenn diesen Fragen der niedliche Satz “Ihr Datenschutz ist uns wichtig!” vorangestellt ist, geben die Meisten oft und gerne Auskunft, indem sie die gottverfluchte Cookie-Frage bejahend wegklicken.
Cookies - Kekse, wie süß.
Nur wenn der Staat fragen will, werden sie schmallippig.
Komisch, der will mir doch gar nichts verkaufen.
Der handelt doch gar nicht mit meinen Daten.
An mir wird doch gar nichts verdient. Da muss was faul sein.
Null Keks dem Staat!
Das traditionelle und über Epochen berechtigte Misstrauensverhältnis ist ein hochgestörtes, was jetzt schadet. Der Staat muss sich momentan so deutlich wie lange nicht als Ausdruck der Gemeinschaft bewähren, die gemeinsam ein verhängnisvolles Virus bekämpft. Stattdessen sieht sich der Bürger keinem Bündnispartner zur Seite, sondern der ewigen Obrigkeit gegenübergestellt.
Eiertanz um den Datenschutz, Ausspähen des “Erlaubten”, als würde eine Seuche Geschenke machen, die der böse Staat verweigern will.
Wenn es Daten gibt, die dringend und umfassend gespeichert und ausgetauscht gehören, sind es Gesundheitsdaten. Doch nach jeder Überweisung geht es bei der Befragung von vorne los. "Wird hier gar nicht kommuniziert?", fragt man sich. Da lachen ja die Cookie-Dealer.
Pandemie ist ein Hochfest des Konjunktivs.
Was wäre, wenn wir hätten.
Eine konsequente Kontaktverfolgungs-App.
Doch daraus kann nichts werden, solange kein Vertrauen da ist.
Verfolgungswahn steht gegen Verfolgungsbedarf.
Das Rennen ist beängstigend offen.

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