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Mittwoch, 31. März 2021

Wortwechsel

Liebes Astra-Zeneca-Team,
ich verstehe Ihr Image-Problem.
Eigentlich müssten dieses beispielsweise auch Airlines haben, wenn man die Thrombosefälle bei Langstreckenflügen gegenrechnet. Aber für das Vergnügen nehmen die Menschen weit unbekümmerter Risiken auf sich.
Eine Namensänderung ist natürlich schon mal gut.
Allerdings setzen Sie mit "Vaxzevria” nicht unbedingt auf Akzeptanz in der Zielgruppe der Legastheniker. Wer war eigentlich die Heilige Vaxzevria? Der Name klingt ja eher nach den Damen, die mich andauernd bei Facebook kennenlernen wollen. Aufklärung!
Oder spekulieren Sie, dass Ihre Kritiker das Wortungetüm nicht über die Lippen bekommen und Sie deshalb aus der Schusslinie der Kritik kommen? Das Synonym “dieser Impfstoff mit dem komischen Namen” läuft ja auf Dauer sicher nicht. Oder aber setzen Sie auf den Prince-Effekt mit Kultstatus: “The vaccine former known as Astra Zenica”?
Sprachregelungen folgen Medien gern penibel, weil sie die Aura der Sorgfalt und Achtsamkeit wahren wollen. Aber Zungen scheitern immer öfter an den Zahnspangen der Korrektheit.
Noch belastender für das Firmen-Image ist es sicher, mit dem Impfstoff fortan als Rentner-Elixier abgestempelt zu sein. Kein Produkt will nur 60+ als Kundschaft. In der Werbung kann man die 60+-Modelle freilich wie 50+ aussehen und wie 10+ sprechen lassen.
Aber mit der Karriere als "heißer Scheiß", der international verschoben wird wie Kokain, ist es aus.
Und neue Namen können wir von 60+ uns sowieso noch schwerer merken als die Jüngeren.
Im hiesigen Ballungsraum Berlin/Brandenburg prophezeie ich deshalb eine Karriere als “det Korona-Zeuch für die Ollen”.
Immer noch besser als “Vaxzevria”.

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