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Dienstag, 6. April 2021

Aus dem Tagebuch der unterliegenden natürlichen Intelligenz (7)

Heute kam Post von Google bzw., was ich eher vermute, von einem strohdummen Algorithmus. Darin heißt es:
“Dein Post "(erneutes) Interview mit einem Virus" wurde uns zur Überprüfung gemeldet. Wir mussten feststellen, dass er gegen unsere Richtlinien verstößt. Aus diesem Grund haben wir ihn unter http://stirnlicht.blogspot.com/2021/01/erneutes-interview-mit-einem-virus.html gelöscht... Warum wurde dein Blogpost gelöscht? Dein Inhalt verstößt gegen unsere Richtlinien zu Malware und Viren.”
Beim letzten Wort wurde ich wach.
Ich hatte fiktiv das Corona-Virus interviewt. Zu viel für Google?
Satire nicht vorgesehen im Automatismus?
Ich soll nun, wird mir geraten, alle meine Blogbeiträge überprüfen, denn “Weitere Verstöße können ansonsten dazu führen, dass wir deinen Blog kündigen.”
Antworten kann ich auf diese Drohung nicht. No reply, wie es im Absender heißt. Einen echten Menschen kontaktieren - keine Chance.
(So, wie man auch bei mir nicht vor dem Löschen nachgefragt hat.)
Also kann sein, dass hier alles bald weg ist, weil KI zum Zensor erhoben wurde.
Da ich aber alle meine Texte zuhause (!) aufhebe, wiederhole ich im Folgenden den gelöschten Blogbeitrag.
Nach mir Googles KI.
Aber das Maul verbieten lasse ich mir nicht.

Dienstag, 19. Januar 2021
(erneutes) Interview mit einem Virus

Blogger: Wir haben uns ja lange nicht unterhalten.

Virus: Ach, ich schweige ja ganz gern. Stellen Sie sich vor, wir Viren würden so viel diskutieren wie die Wirte. Wir kämen ja gar nicht voran.

Blogger: Sie loszuwerden ist halt komplizierter als uns anzustecken.

Virus: Nein. Wir als Viren handeln nur konsequent, ergo müsste man auch gegen uns konsequent handeln. Selbst die ziemlich konsequenten Impfstoffe können, wie es scheint, nicht konsequent durchgesetzt werden, weil Sie nicht alle mitmachen, nicht geschlossen handeln (was nur eine weitere Erscheinungsweise von Inkonsequenz ist) - im Unterschied eben zu uns. Wir Viren stehen ohne jede Absprache wie eine Eins zusammen und entwickeln mit den Mutationen Voraustrupps für noch mehr Konsequenz. Keiner von uns diskutiert, ob die Beschlüsse nicht zu weit gehen.

Blogger: Keiner von Ihnen hat Familie oder ein Wirtschaftsunternehmen…

Virus: Ein enormer Vorteil! Wir müssen ja nichts produzieren, da in den Wirtszellen alles für uns bereit liegt. Das hält uns den Rücken frei. Zugegeben eine große Erleichterung für konsequentes Handeln.

Blogger: Gestatten Sie an dieser Stelle die Bemerkung, dass ich Sie hasse.

Virus: Nehme ich zur Kenntnis. Man hört es ja nicht oft. Die Menschen fokussieren ihren Zorn lieber auf die Regierung. Sie denken, die sollte mit uns besser verhandeln. Aber wir verhandeln nicht. Das glauben Viele nicht. Wir selbst werden kaum gehasst. Wir sind ja nicht zu sehen.

Blogger: Deshalb kann man auch immer wieder behaupten, dass es sie gar nicht gibt.

Virus: Richtig. Wir machen auf der ganzen Welt die Leute krank und sogar tot, und trotzdem denken einzelne Völker, ihre eigene Regierung ist alarmistisch.

Blogger: Der deutschen Regierung ist für ihre heutige Entscheidungsfindung von Fachleuten eine NO-COVID-Strategie vorgelegt worden. Klingt nach konsequentem Handeln, oder?

Virus: Die Menschen klingen gern nach konsequentem Handeln. Man wird prüfen, wie weit es zumutbar ist. Davon leben wir.

Blogger: Danke für das Gespräch.

Virus: Nun bloß nicht noch höflich werden.
***

Kommentare:

  1. Nach langem Suchen habe ich eine Email-Adresse von Google in Deutschland gefunden und heute dorthin diese Protestmail geschickt:


    Sehr geehrtes Google-Team,nach langem Suchen habe ich diese Email-Adresse gefunden.Ich protestiere hiermit gegen das Löschen eines Blogbeitrages meines Blogs "Stirnlicht".Dazu zitiere ich aus Ihrer Mail von gestern:
    "Hallo,
         wie du vielleicht weißt, wird in unseren Community-Richtlinien 
    (https://blogger.com/go/contentpolicy) beschrieben, was auf Blogger erlaubt 
    ist und was nicht. Dein Post "(erneutes) Interview mit einem Virus" wurde 
    uns zur Überprüfung gemeldet. Wir mussten feststellen, dass er gegen unsere 
    Richtlinien verstößt. Aus diesem Grund haben wir ihn unter 
    http://stirnlicht.blogspot.com/2021/01/erneutes-interview-mit-einem-virus.html 
    gelöscht.

         Warum wurde dein Blogpost gelöscht?
         Dein Inhalt verstößt gegen unsere Richtlinien zu Malware und Viren. "
    Bei dem gelöschten Post handelte es sich um nichts als einen Text, ein satirisches Interview mit dem Corona-Virus. Ich habe es gestern als Zeichen meines Protestes gegen Zensur erneut gepostet. 
    Können Sie mir bitte mitteilen, was konkret Sie zum Löschen veranlasst hat?
    Warum haben Sie vor dem Löschen nicht den Kontakt mit mir aufgenommen?
    Warum gibt es in der Benachrichtigung keine Möglichkeit des Widerspruchs? Leben Sie außerhalb des Rechtsstaates?
    Ich fordere Sie auf, Artikel 5 GG zu respektieren und die Löschung aufzuheben.
    Frank Rawel 

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  2. Die Antwort von Google kam sofort:
    Message blocked
    Your message to support-deutschland@cases.gmrservice.ext.google.com has been blocked. See technical details below for more information.

    Ende Gelände.

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